Caritas: «Abfertigen» von Flüchtlingen reicht nicht

Paderborn (dpa/lnw) - Vor dem NRW-Flüchtlingsgipfel an diesem Montag hat der Caritas-Verband tragfähige und nachhaltige Lösungen für die Unterbringung von Flüchtlingen gefordert. Alle Versuche, Flüchtlinge mit immer massiveren Methoden abzuschrecken und von Europa fernzuhalten, seien menschenunwürdig, kritisierte am Freitag der Caritasdirektor im Erzbistum Paderborn, Josef Lüttig. Deutschland und alle anderen Länder Europas müssten der Realität ins Auge blicken und ihre Rolle als sichere Zufluchtsorte annehmen sowie systematisch gestalten.

«Wir müssen davon ausgehen, dass für eine sehr lange Zeit sehr viele Flüchtlinge aus Afrika und dem kriegszerrissenen Mittleren Osten kommen», sagte Lüttig. Dafür müssten an geeigneten Standorten ausreichende und dauerhafte Unterkünfte gebaut werden. Die humanitären Standards sollten den Bedürfnissen von traumatisierten Flüchtlingen, Familien mit Kindern oder allein fliehenden Frauen entsprechen.

Der Caritasverband befürworte einen Runden Tisch zur Situation von Flüchtlingen und die Berufung eines Flüchtlingsbeauftragten für Nordrhein-Westfalen. Immer gehe es aber um «einen vernünftigen, mitfühlenden Umgang mit Flüchtlingen». «Diese Menschen entfliehen oft der Hölle», betonte Lüttig. Sie dürften nicht als «Welle» oder als «Überschwemmung» angesehen werden. «Wir wehren uns gegen eine Mentalität des Hin- und Herschiebens oder des bloßen Abfertigens der Betroffenen.»

Mitteilung der Caritas

SOCIAL BOOKMARKS