Coronavirus: Ausbreitung hält Nordrhein-Westfalen auf Trab
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Desinfektionsmittel, Mundschutze und Einmalhandschuhe liegen auf einen Tisch. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa/Archivbild
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalen bleibt das Bundesland mit den meisten Coronavirus-Infektionen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland waren dem Robert Koch-Institut in Berlin am Montag bis 10.00 Uhr insgesamt 86 Fälle bekannt. Deutschlandweit registrierten die Behörden bislang insgesamt 150 Fälle in zehn Bundesländern.

In NRW sorgt die Ausbreitung des Virus indes weiter für Einschränkungen. So sagte etwa der Hausärzteverband Westfalen-Lippe seinen dreitägigen Hausärztetag an diesem Wochenende ab. Die Mitglieder wollten sich eigentlich vom 5. bis 7. März in Münster treffen. Begründet wurde die Absage mit der besonderen Belastung der Hausärzte in ihren Praxen angesichts der aktuellen Coronavirus-Infektionen.

Zudem blieben am Montag mehrere Schulen vorsichtshalber geschlossen, etwa ein Gymnasium und eine Grundschule in Büren (Kreis Paderborn). Anlass war ein Verdachtsfall in einer Familie, der am Sonntagabend aufkam. Geschlossen blieb aus Sicherheitsgründen auch eine Förderschule in Bergheim-Thorr, nachdem ein Mitglied des Lehrerkollegiums Kontakt mit einem bestätigten Infektionsfall aus Lüdenscheid hatte.

Im Düsseldorfer Landtag wurde zu Beginn der Sitzungswoche zusätzliche Desinfektionsmittel-Spenderaufgebaut. Das Reinigungspersonal wurde außerdem angewiesen, Türklinken in öffentlichen Bereichen mit Desinfektionsmittel abzuwischen. Der Landtag hatte die vergangenen zwei Wochen Sitzungspause, an diesem Montag begann der reguläre Betrieb wieder.

In dem von der Ausbreitung des Coronavirus besonders betroffenen Kreis Heinsberg öffnete am Montagmorgen eine zentrale Anlaufstelle zur Probenentnahme bei Patienten mit Coronavirus-Verdacht. Dort können nach Überweisung durch den Hausarzt Abstriche zur Untersuchung auf das neuartige Virus vorgenommen werden, wie eine Sprecherin mitteilte. Das Zentrum ist in einer Halle in der Nähe von der Gemeinde Gangelt untergebracht.

Auch in Düsseldorf sollte am Montag ein Diagnostikzentrum seine Arbeit aufnehmen. Es werde zunächst am Montag- und Dienstagnachmittag von 13 bis 17 Uhr im Gesundheitsamt bereitgestellt. «Die niedergelassenen Ärzte stellen das Personal», teilte die Stadt mit. Ab Mittwoch soll es dann an anderer zentraler Stelle eingerichtet werden.

Für den 47 Jahre alten mutmaßlichen Erstinfizierten aus NRW, der in der Düsseldorfer Universitätsklinik behandelt wird, gebe es nach wie vor keine Entwarnung, sagte die Sprecherin des Kreises Heinsberg. Seiner Frau gehe es aber deutlich besser. Der 47-Jährige und seine ein Jahr jüngere Frau hatten am 15. Februar in Gangelt bei einer Sitzung Karneval gefeiert. Dabei sollen sie zahlreiche andere Teilnehmer angesteckt haben.

Unterdessen gibt es eine hohe Nachfrage nach Desinfektionsmittel im Rheinland. «Desinfektionsmittel sind derzeit knapp, in vielen Apotheken und beim Großhändler sind sie vergriffen. Die Apotheken in Nordrhein haben in der vergangenen Woche so viel Desinfektionsmittel verkauft wie sonst in zwei Jahren», sagte der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, der «Rheinischen Post» (Montag).

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