Diözesanratsvorsitzender: Es geht nicht nur um Woelki

Düsseldorf (dpa/lnw) - Der Vorsitzende des Diözesanrates im Erzbistum Köln, Tim Kurzbach, hat erneut deutliche Kritik am Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki geübt. Es gehe aber nicht nur um Woelki, sagte Kurzbach (SPD), der auch Solinger Oberbürgermeister ist, in der «Westdeutschen Zeitung» (Freitag). «Es gibt viele andere, die seit Jahren in herausgehobener Position Verantwortung getragen haben oder noch tragen.» Alle jetzigen und ehemaligen Weihbischöfe, Generalvikare und Mitglieder des Erzbischöflichen Rates müssten sich Fragen stellen lassen. Woelki warf er vor, als moralische Instanz versagt zu haben.

Woelki hält seit Monaten ein Gutachten unter Verschluss, in dem der Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs gegen katholische Priester untersucht wird. Er führt dafür rechtliche Bedenken an. Der Diözesanrat ist die Vertretung der Laienvertreter.

Woelki hatte am Donnerstag Fehler eingeräumt. «Mir ist schmerzlich bewusst, dass Vertrauen verloren gegangen ist», sagte er als Reaktion auf eine Stellungnahme des Präsidiums des Synodalen Wegs, dem katholischen Reformprozess. Das Präsidium hatte in einer Stellungnahme erklärt, dass die Vorgänge im Bistum Köln zu erheblichen Irritationen geführt hätten.

© dpa-infocom, dpa:210205-99-309962/2

SOCIAL BOOKMARKS