Ehefrau und Tochter von Dortmunder NSU-Opfer als Zeugen im Gericht

München (dpa/lnw) - Im NSU-Prozess werden heute die Ehefrau und die Tochter des in Dortmund ermordeten Mehmet Kubasik als Zeugen erwartet. Beide sind Nebenkläger vor dem Oberlandesgericht München. Laut Anklage erschossen die Neonazi-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos den türkischstämmigen Kioskbesitzer am Mittag des 4. April 2006. Der Anschlag hätte auch seine Frau Elif treffen können: Diese stand normalerweise vormittags hinter dem Tresen. Nur zufällig war ihr Mann an dem Tag früher da. Elif Kubasik und Tochter Gamze waren mehrfach im Gericht, um der Verhandlung zu folgen.

Am Nachmittag des 51. Verhandlungstags soll es auch um den Mord an Halit Yozgat in Kassel gehen. Der Betreiber eines Internetcafés wurde erschossen, während Kunden im hinteren Raum waren - sie bekamen nichts mit. Einer der Kunden wird nun als Zeuge erwartet.

Dem «Nationalsozialistischen Untergrund» werden neun Morde an türkisch- und griechischstämmigen Menschen sowie an einer Polizistin vorgeworfen. Beate Zschäpe ist als Mittäterin angeklagt.

Pressemitteilung zur Anklageerhebung

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