Ehefrau zu Tode geprügelt: Fast sieben Jahre Haft
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Blick auf die Handschellen eines Justizbeamten im Landgericht. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild
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Dortmund (dpa/lnw) - Nach einem tödlichen Gewaltexzess in Dortmund hat das Dortmunder Schwurgericht am Donnerstag einen 59-jährigen Mann verurteilt. Der angeklagte Pole hatte im September 2019 seine Ehefrau brutal verprügelt, als diese nach einem gemeinsamen Kneipenbesuch sturzbetrunken war. Die Frau erlitt so schwere Kopfverletzungen, dass sie innerlich verblutete. Das Gericht wertete die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge und verhängte sechs Jahre und neun Monate Haft.

Der 59-Jährige hatte in seiner polizeilichen Vernehmung eingeräumt, dass er wütend gewesen sei und deshalb zugeschlagen habe. Im Prozess konnte oder wollte er sich an Schläge dagegen nicht mehr erinnern. Noch in seinem letzten Wort vor der Urteilsberatung sagte er: «Ich habe meine Frau nicht getötet, wir waren glücklich.» Seiner Ansicht nach müsse sich die 35-Jährige die tödlichen Verletzungen bei einem Sturz im Treppenhaus zugezogen haben.

Rechtsmediziner stellten bei der Obduktion der Leiche einen Blutalkoholwert von 4,8 Promille fest. Daher sei es durchaus möglich, dass die Frau die Treppe heruntergefallen sei, sagte ein Sachverständiger im Prozess. Allein mit einem Sturz seien die schweren Verletzungen jedoch nicht zu erklären.

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