Envio-Verfahren: Gericht will weitere Experten hören

Dortmund (dpa/lnw) - Der Envio-Prozess um die Aufarbeitung des mutmaßlichen PCB-Skandals im Dortmunder Hafen wird in den nächsten Wochen mit der Vernehmung von medizinischen Gutachtern fortgesetzt. Eine vom Dortmunder Landgericht ursprünglich ins Auge gefasste Aussetzung des Verfahrens ist damit vorerst vom Tisch. Im Blut von 51 Mitarbeitern des Entsorgungsbetriebes Envio waren im Jahr 2010 auffällige PCB-Werte festgestellt worden. Eine der zentralen Fragen des Prozesses lautet nun: Kann man aus diesen Werten den zwingenden Schluss ziehen, dass die Betroffenen später tatsächlich erkranken? Laut Staatsanwaltschaft ist dies unter Arbeitsmedizinern umstritten.

Seit Mai müssen sich vier Ex-Envio-Manager wegen Körperverletzung und verschiedener Verstöße gegen Umweltgesetze verantworten. Sollten die Gutachter nun jedoch erklären, es sei gar nicht sicher, dass die betroffenen Arbeiter jemals erkranken würden, hielte die Verteidigung den Vorwurf der Körperverletzung für widerlegt.

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