Erste Pleite nach Pause: Lautern verliert gegen Duisburg
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Ein Fußball-Spiel. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Kaiserslautern (dpa/lrs) - Der 1 FC Kaiserslautern muss in der 3. Fußball-Liga mal wieder nach unten schauen. Nach der 1:3-Heimniederlage gegen Spitzenreiter Duisburg liegt der Traditionsclub nur noch fünf Punkte vor der Abstiegszone. Die vierte Partie im Fritz-Walter-Stadion binnen zehn Tagen am Samstag (14.00 Uhr) gegen Aufsteiger Chemnitzer FC dürfte von daher ein Schlüsselspiel werden. Unterdessen wird abseits des Rasens weiter um die Zukunft des FCK gerungen. Eine Entscheidung naht.

Die Mannschaft hatte in den ersten drei Spielen nach der Corona-Zwangspause sieben Punkte geholt. Gegen Duisburg war Lautern am Mittwochabend über weite Strecken der Partie ebenbürtig, verlor das Spiel aber durch zwei Gegentreffer nach Eckbällen. «Die beiden Standardgegentore sind ärgerlich. Ich hatte das Gefühl, dass wir diese Probleme abgelegt haben. So haben wir ein Spiel verloren, das man eigentlich nicht verlieren muss», klagte Kapitän Carlo Sickinger.

Sein Mannschaftskollege Philipp Hercher sprach von einer bitteren Niederlage. «Wir müssen das jetzt aufarbeiten. Dann bin ich optimistisch, dass es künftig wieder besser läuft. Am Samstag geht es weiter, da müssen wir schauen, dass wir die drei Punkte holen», sagte er. Auch Trainer Boris Schommers meinte: «Aus dem Spiel heraus hätten wir nicht verlieren müssen und waren auch nicht die schlechtere Mannschaft.» Was Einsatzwillen und Leidenschaft beträfe, könne er seinem Team keinen Vorwurf machen. Man habe das Spiel einzig und allein über zwei Standardtore verloren, betonte auch der 41-Jährige.

Leroy-Jacques Mickels brachte die Gäste nach neun Minuten in Führung, die Timmy Thiele nach rund einer halben Stunde ausgleichen konnte. Der Angreifer verwandelte einen an Florian Pick verschuldeten Foulelfmeter. Noch vor der Pause köpfte Vincent Vermeij eine Ecke von Moritz Stoppelkamp ins Tor (38.). Vier Minuten nach der Pause schlug Stoppelkamp erneut einen Eckball in den Lauterer Strafraum, Maximilian Jansen traf per Kopf zum 1:3.

Unterdessen deutet sich auf wirtschaftlicher Seite beim seit Jahren finanziell schwer gebeutelten vierfachen deutschen Meister eine zeitnahe Entscheidung an. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnten die Pfälzer bereits Anfang kommender Woche bekanntgeben, wie es weitergeht.

Ziel der FCK-Verantwortlichen ist die Sanierung, damit der Club auch künftig eine Perspektive hat und für mögliche Investoren attraktiver wird. Um diese Sanierung zu erreichen, gibt es nur noch zwei Optionen. Die eine ist, dass sich die Verantwortlichen mit Gläubigern wie Quattrex, Lagardere Sports und Flavio Becca doch noch auf einen Schuldenschnitt einigen. Die Entscheidungsträger des FCK hatten in der vergangenen Woche den Stuttgarter Fachanwalt für Insolvenzrecht Dirk Eichelbaum zum Generalbevollmächtigten gemacht. Er führt auch die Verhandlungen.

Sollte keine Einigung erzielt werden, bleibt Kaiserslautern nur noch der Gang zum Amtsgericht, um dort ein vorläufiges Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnen zu lassen. Dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor einigen Wochen wegen der Corona-Krise beschlossen hatte, den daraus folgenden Abzug von neun Punkten auszusetzen, spielt dem Verein bei den zähen Verhandlungen mit den Gläubigern zusätzlich in die Karten.

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