Experte: Gesundheitswesen braucht Zuwanderer und Geflüchtete
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Krankenschwester Kateryna Nezhentseva und Arzt Gianluigi Brescia in einem Zimmer im Lukaskrankenhaus. Foto: Marius Becker/Archiv
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Düsseldorf (dpa) - Angesichts zunehmenden Fachkräftemangels in Pflege und Gesundheitswesen haben Experten auf die Bedeutung von Zuwanderern hingewiesen. Im Pflegebereich werden im Jahr 2035 voraussichtlich 280 000 Kräfte fehlen, wie Arbeitsmarktforscher Tobias Maier vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sagte. «Qualifizierte Einwanderung würde helfen.» Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte jüngst gesagt, ohne ausländische Kräfte sei es kaum mehr möglich, eine Pflegeeinrichtung oder Klinik zu betreiben.

Aus der Ärztekammer Westfalen-Lippe - viertgrößte in Deutschland - hieß es: In ländlichen Regionen seien in manchen Krankenhäusern inzwischen gut 80 Prozent der jungen Assistenzärzte (bis 35 Jahre) Ausländer. Ohne sie sei die medizinische Versorgung stellenweise nicht mehr sicherzustellen.

Ende 2017 hatten rund 12 Prozent aller Ärzte - rund 45 000 Personen - keinen deutschen Pass. Dem Mediendienst Integration zufolge waren 2017 bundesweit 134 000 ausländische Pflegefachkräfte und -helfer tätig. Etwa 3900 von ihnen stammten aus den wichtigsten acht Asylherkunftsstaaten wie Syrien oder Afghanistan oder dem Irak.

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