Experte: Zivilgesellschaft übernimmt politische Führung gegen Pegida

Münster (dpa/lnw) - Die Großdemonstrationen gegen die Anti-Islam-Bewegung Pegida sind nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Klaus Schubert der Beleg für eine funktionierende Zivilgesellschaft. «Die Menschen wollen zeigen: Unsere Welt ist eine andere. Und die ist es wert, verteidigt zu werden», sagte Schubert, der an der Universität Münster lehrt und forscht, der Deutschen Presse-Agentur.

Schubert nannte die Gegendemonstrationen «eine außerordentlich positive Reaktion» - «zumal nicht die Parteien dazu aufrufen, sondern oft sind es Bürgergesellschaften, denen zuvor das Politikinteresse abgesprochen wurde». Die Aussage dahinter sei: «Die wichtigen Dinge nehmen wir selbst in die Hand.»

Als Reaktion auf die Terroranschläge in Paris hatten am Montagabend bundesweit etwa 100 000 Menschen für ein friedliches Zusammenleben der Religionen und gegen Pegida demonstriert. Die Mahnwache gegen Terror und Islamfeindlichkeit am Brandenburger Tor verfolgten am Dienstagabend etwa 10 000 Menschen.

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