Experten sehen Chancen nach Opel-Aus: Bochum kann sich neu aufstellen

Bochum/Essen (dpa/lnw) - Das Aus für Opel in Bochum bietet nach Ansicht von Experten auch die Chance, sich neu aufzustellen. «Die Zukunft liege im vielfältigen Branchenmix, Wissenschaftseinrichtungen seien die Basis für «Bochum 4.0», sagte der Politikwissenschaftler Jörg Bogumil der Deutschen Presse-Agentur. Stadt und Region bräuchten nun keine Niedriglohn-Jobs auf die Schnelle, sondern eine Entwicklung, die mittelfristig viele neue Arbeitsplätze auf allen Qualifikationsstufen schaffe.

Der Wirtschaftsexperte Uwe Neumann sieht potenzielle Arbeitsplätze im Gesundheitssektor sowie in Wissenschaft und Forschung. Die Stärken der nahen Ruhr-Universität und anderer Hochschulen im Revier müssten genutzt werden. Dieser neuen Entwicklung müsse man nach dem Weggang Opels allerdings Zeit geben. «In zehn Jahren wird sich eine Tendenz für die Zukunft Bochums abzeichnen,» so der Experte vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI).

Neumann verwies auf das Ende des Krupp-Stahlwerks in Duisburg-Rheinhausen vor 26 Jahren. Damals standen 5300 «Kruppianer» auf der Straße. Später siedelte sich das Logistikzentrum Logport als Warendrehscheibe für den Duisburger Hafen auf dem ehemaligen Hüttengelände an. «Dort sind bis heute 12 000 sozialversicherungspflichtige Jobs entstanden, einige sicher auch für frühere Krupp-Mitarbeiter», sagt Neumann. Der Strukturwandel sei in Rheinhausen gelungen, wenngleich die Qualität der Arbeitsplätze und vor allem ihre Beständigkeit nachgelassen habe.

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