Externsteine: Tagung präsentiert neue Forschungsergebnisse

Detmold (dpa/lnw) - Eine halbe Millionen Besucher kommen jedes Jahr in den Teutoburger Wald, um die Externsteine zu sehen. Jetzt haben sich in Detmold Wissenschaftler aus ganz Deutschland versammelt, um sich über neue Forschungsergebnisse zu der knapp 50 Meter hohen Felsformation auszutauschen. Sie wollen umfangreiche Untersuchungen anstoßen zur gesamten Geschichte des Natur- und Kulturdenkmals, das vor rund 70 Millionen Jahren durch Erdverschiebungen entstanden war.

Lange Zeit lag der Fokus bei Untersuchungen vor allem auf der Frage, ob die Steinformation in vorchristlicher Zeit ein Heiligtum der Germanen war. Das ist eine nicht bewiesene These, die die Nationalsozialisten nutzten, um ihre völkische Ideologie mit vermeintlich wissenschaftlichen Belegen zu untermauern.

«Das führte dazu, dass die Externsteine auch nach dem Krieg bei seriösen Wissenschaftlern verpönt waren, weil sie nicht in den Ruch kommen wollten, im selben Fahrwasser zu schwimmen. So blieb das Feld so genannten Schwarmgeistern, Esoterikern, aber auch weiterhin unter völkischen Aspekten forschenden Gruppen überlassen», erklärt Archäologe Michael Zelle, Tagungs-Initiator und Leiter des Lippischen Landesmuseums Detmold.

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