FDP: «Ausverkauf» landeseigener Kunst verhindern

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach der umstrittenen Versteigerung von zwei Kunstwerken des Kasino-Betreibers Westspiel will die FDP einen «Ausverkauf» öffentlicher Kunst verhindern. Der Verkauf sei ein «Dammbruch» gewesen, und NRW brauche nun einen Schutzschild für die Kultur, forderte die Fraktion am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag. Künftig solle vor einer Veräußerung von Kunst aus dem Eigentum öffentlicher Landeseinrichtungen oder landeseigener Unternehmen die Kunstsammlung NRW angehört und der Kulturausschuss des Landtags informiert werden.

Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) sagte, Ende Januar werde ihr bereits angekündigter «Runder Tisch» aus Politik, Kulturexperten und Unternehmen starten. Dort werde transparent und ergebnisoffen über den Umgang mit diesen Kunstwerken diskutiert. Es sei klar, dass man dabei nicht Unternehmensrecht ausblenden könne und es nicht um eine «Tabuisierung jeglichen Verkaufs von Kunst» gehe. Die Versteigerung der beiden Warhol-Siebdrucke im November in New York - sie erzielten zusammen umgerechnet rund 108 Millionen Euro - hatte viel Protest ausgelöst. Der Kasino-Betreiber Westspiel gehört indirekt dem Land.

Nach früheren Angaben von Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) wird dem Landeshaushalt aus der Versteigerung wohl keine größere Summe zufließen.

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