Flüchtlinge in Turnhallen: Einschränkungen für Sportvereine

Köln (dpa/lnw) - Die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen stellt Sportvereine und Sportlehrer zunehmend vor Probleme. In immer mehr Städten in NRW werden in den Turnhallen Feldbetten für Asylbewerber aufgestellt. «Darunter leiden die Sportvereine», sagte Sprecher Frank Michael Rall vom Landessportverband NRW der Deutschen Presse-Agentur. Für die Kommunen seien Flüchtlingsunterkünfte in Sporthallen oft die einfachste und schnellste Lösung, kritisierte er. Den Sportvereinen fehlten die Räumlichkeiten dadurch.

Bundesweit ist die Entwicklung ähnlich. Walter Schneeloch vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) forderte die Kommunen auf, den Sportbetrieb nicht dauerhaft zu unterbrechen. Ein funktionierendes Sportangebot könne auch bei der Eingliederung von Flüchtlingen helfen. «Denn Sportvereine können eine erste Anlaufstelle und ein Anker für Flüchtlinge in der neuen Umgebung sein», sagte er.

Auch beim Sportunterricht der Schulen gibt es Einschränkungen. In Bayern seien bei den 5000 Schulen etwa 100 Sporthallen derzeit mit Flüchtlingen belegt, sagte der Präsident des Bayerischen Lehrerverbands, Klaus Wenzel. Für den Schulsport sei das aber bald kein Problem mehr: «Es kommt der Frühling, und da können die Schüler den Sportunterricht im Freien abhalten», sagte er.

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