Freie Wohlfahrtspflege fordert bessere Bezahlung für Pfleger

Düsseldorf (dpa/lnw) - Schlechte Löhne, bürokratische Hürden, kaum Zeit für Bedürftige: Die Freie Wohlfahrtspflege hat in Düsseldorf zahlreiche Missstände bei der täglichen Arbeit von Pflegediensten in Nordrhein-Westfalen kritisiert. Ein Gehalt von durchschnittlich 2500 bis 3000 Euro brutto für eine erfahrene Pflegekraft sei angesichts gestiegener Anforderungen in den Berufen deutlich zu wenig, sagte Ludger Jutkeit, Landesvorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege in NRW am Dienstag. Die Versorgung von Pflegediensten muss nach seiner Sicht ausgebaut und besser finanziert werden.

«Jedes Jahr gibt es in NRW 10 000 Menschen mehr, die zusätzlich pflegebedürftig werden», sagte Jutkeit. Nach Schätzungen der Landesregierung wird sich die Zahl der Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, von heute rund 600 000 bis zum Jahr 2050 auf 920 000 erhöhen. Vom Land forderte Jutkeit deshalb ein stärkeres ressortübergreifendes Denken und eine neue Finanzierung für die Branche - ohne diese Ansprüche dabei näher zu benennen. Die Freie Wohlfahrtspflege vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von 124 000 Pflegekräften in Nordrhein-Westfalen.

Die Landesgesundheitsministerin stellte sich hinter die Pfleger. Um genügend Fachkräfte zu gewinnen sei es nötig, Löhne und Arbeitsbedingungen spürbar zu verbessern, sagte Barbara Steffens (Grüne). Aber nicht das Land, sondern der Bund sei für eine bessere Entlohnung zuständig. «Mehr Wertschätzung und besserer Verdienst heißt: Die Pflegeversicherung muss mehr zahlen», sagte Steffens.

Am 12. Mai findet jedes Jahr der «Internationale Tag der Pflegenden» statt. Die Gewerkschaft Verdi hatte aus diesem Anlass bundesweit zu Demonstrationen aufgerufen, um ebenfalls für eine faire Bezahlung und mehr Personal in der Branche einzutreten.

Pressemitteilung Freie Wohlfahrtspflege

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