Früherer EKD-Vorsitzender fordert klare Abgrenzung von Pegida

Berlin (dpa) - Vor den ersten Kundgebungen der Pegida-Bewegung im neuen Jahr hat der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, Christen vor einer Teilnahme gewarnt. «Wir können nicht das Abendland verteidigen, indem wir den Islam als Feind ausrufen», sagte der im November aus dem Amt geschiedene Schneider der «Rheinischen Post» (Montag). Christinnen und Christen hätten auf diesen Kundgebungen nichts zu suchen.

Schneider warnte die Politik davor, Forderungen der Pegida-Protestler aufzunehmen: «Hier müssen wir widersprechen und deutlich sagen, dass das Unsinn ist.»

Der frühere rheinische Präses lobte die Ankündigung des Kölner Domkapitels, während einer für Montagabend geplanten Demonstration die Beleuchtung der Kathedrale abzuschalten. «Das ist eine pfiffige Aktion, pragmatisch und trotzdem ernsthaft. Die Kölner machen das genau richtig.»

Das islamkritische Pegida-Bündnis will heute Abend erstmals im neuen Jahr durch Dresden ziehen. Vor Weihnachten waren rund 17 500 Menschen dem Aufruf der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» gefolgt - so viele wie nie zuvor. Ihr Protest richtet sich gegen die angebliche «Überfremdung» Deutschlands. Neben Köln wollen Ableger der Bewegung auch in Berlin auf die Straße gehen. In allen Städten sind Gegendemonstrationen geplant.

Gegenaktion der Bands

SOCIAL BOOKMARKS