Gegen Sozialleistungsmissbrauch: 127 Kinder waren nicht da
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In Westen gekleidete Polizisten. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild
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Gelsenkirchen (dpa/lnw) - Im Kampf gegen den organisierten Missbrauch von Sozialleistungen haben Behörden in Gelsenkirchen am Montag und Dienstag 105 Wohnungen kontrolliert. Dabei sei festgestellt worden, dass für 127 Kinder zu Unrecht Kindergeld gezahlt werde, wie das Ordnungsamt und die Polizei Gelsenkirchen am Dienstag mitteilten. Die Familienkasse habe umgehend die laufenden Zahlungen eingestellt.

Die Kontrollen hätten sich gegen Tätergruppen gerichtet, die Familien aus Südosteuropa mit falschen Versprechungen nach Deutschland bringen, hieß es. Für diese beantragten sie Sozialleistungen und Kindergeld und ließen sie in verfallenen Immobilien wohnen. Die Täter behielten die gezahlten Sozialleistungen dann ein. Die Eltern würden häufig in illegale Beschäftigungen vermittelt, während die Kinder etwa betteln gingen. Bei Rückkehr dieser Personen in ihre Heimatländer würden die Sozialleistungen häufig weiterhin gezahlt und von den Tätern vereinnahmt.

An den Kontrollen beteiligt waren mehrere Behörden der Stadt und die Polizei. Grundlage für den Einsatz war ein zuvor vom Landeskriminalamt entwickeltes und in Krefeld erfolgreich umgesetztes Modellprojekt mit dem Titel «Missimo». Die Behörden hoffen jetzt, dass die Aktion «einen abschreckenden Effekt für eine weitere Armutszuwanderung nach Gelsenkirchen gebracht hat».

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