Gegen den «Mietenwahnsinn» Bündnisse gehen auf die Straße
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«Keine Rendite mit der Miete» steht auf dem Plakat, mit dem Demonstranten gegen steigende Mieten protestieren. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv
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Köln (dpa/lnw) - Aus Anlass eines bundesweiten Aktionstags gegen Wohnungsnot, Luxussanierungen und steigende Mieten soll am Samstag auch in Köln demonstriert werden. Zur einer Kundgebung (14.00 Uhr) unter dem Motto «Gemeinsam gegen Vertreibung & #Mietenwahnsinn!» werden zwischen 3000 und 5000 Teilnehmer erwartet, wie ein Sprecher des Mietervereins Köln sagte. Anschließend soll ein Demonstrationszug durch die Stadt ziehen.

Das von Gewerkschaften, Mieter- und Wohlfahrtsverbänden getragene Mieterbündnis «Wir wollen wohnen!» unterstützt die Kundgebung in Köln ebenso wie Mieterinitiativen aus Dortmund, Mönchengladbach und Unna. Auch in Duisburg und Münster sind Proteste geplant. Zuspruch für die Forderungen gibt es von der Evangelischen Kirche und der SPD.

Wohnen sei für viele Menschen in NRW nicht mehr bezahlbar, heißt es im Aufruf zur Demonstration. Eine weitgehende Umkehr in der Wohnungspolitik sei notwendig. Dafür brauche es unter anderem mehr sozialen Wohnungsbau, eine verschärfte Mietpreisbremse und ein Verbot von Luxussanierungen. «Es ist ein großes Problem, dass Wohnungen von Investoren saniert werden und danach die Mieten drastisch raufgehen», sagt Renate Neddermann vom Sozialverband Deutschland in Düsseldorf. Besonders für Junge, behinderte Menschen und Rentner müsse der Staat mehr bauen. «Die Wut ist groß, besonders in den Ballungsgebieten.»

Eileen Stiehler von der Diakonie sieht es ähnlich: «Mit einer Miete von 13 oder 14 Euro ist man in manchen Stadtteilen noch günstig dabei. Das kann sich weder ein Student noch ein Berufsanfänger leisten.»

Einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge ist der Wohnungsmarkt in NRW angespannt. In Städten wie Köln, Duisburg, Neuss oder Bonn musste 2014 den Angaben zufolge mehr als jeder vierte Haushalt mehr als ein Drittel des Einkommens für die Miete ausgeben. Aktuellere Daten aus dem Mikrozensus lagen noch nicht vor.

Bundesweit werden am Samstag Zehntausende zu Demos gegen die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt erwartet - davon bis zu 25 000 allein in Berlin.

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