Gepanschte Krebsmittel auch an Patienten in Rheinland-Pfalz
DPA
Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv
DPA

Mainz/Bottrop (dpa/lrs) - Mehrere Krebspatienten in Rheinland-Pfalz haben nach Angaben der Behörden gepanschte Medikamente aus einer Apotheke in Nordrhein-Westfalen erhalten. Der Apotheker soll in etwa 62 000 Fällen Mittel für die Chemotherapie und andere Medikamente massiv verdünnt und die Krankenkassen so um mehrere Millionen Euro betrogen haben. Er sitzt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Apotheker erhoben, vorgeworfen werden ihm Abrechnungsbetrug und Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz.

«Ich bin sehr betroffen, dass offensichtlich auch Patientinnen und Patienten aus Rheinland-Pfalz mit zu schwach dosierten Krebs-Medikamenten behandelt wurden, die ein Apotheker aus Bottrop hergestellt hat», erklärte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Freitag in Mainz. Sie stehe in engem Kontakt mit dem Gesundheitsministerium in Düsseldorf, um für die Betroffenen Klarheit zu erlangen. Sie habe mit ihrem Ministerkollegen Karl-Josef Laumann (CDU) telefoniert und ihn um Information und Unterstützung gebeten.

SOCIAL BOOKMARKS