Gericht: Stadt Köln muss Infos zu Kunstwerken herausgeben
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Blick auf das Museum Ludwig in Köln. Foto: picture alliance/dpa/Archivbild
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Köln (dpa) - Die Stadt Köln muss nach einem Gerichtsbeschluss Informationen zu Kunstwerken aus der Sammlung der Russischen Avantgarde des Museums Ludwig herausgeben, die unter Fälschungsverdacht stehen. Das hat das Verwaltungsgericht Köln entschieden. Die Stadt hat jedoch Beschwerde gegen den Richterspruch eingelegt, so dass nun das Oberverwaltungsgericht Münster entscheiden muss.

Nach Gerichtsangaben vom Freitag muss die Stadt nach dem Beschluss unter anderem Angaben zum Namen des jeweiligen Künstlers und des Kunstwerks sowie zu den Gutachten liefern, die den Fälschungsverdacht begründen. Beantragt hatten das die Inhaber einer Galerie. Sie begründeten dies damit, dass das städtische Museum Ludwig für Ende September die Eröffnung einer Ausstellung mit dem Titel «Russische Avantgarde im Museum Ludwig - Original und Fälschung» plant. Dort sollen unter anderem Kunstwerke gezeigt werden, die in der Vergangenheit vom Sammler Peter Ludwig (1925-1996) in der betreffenden Galerie erworben worden sind.

Die Galerie-Inhaber wollen vorab nähere Informationen dazu. Es sei nicht auszuschließen, dass die Ausstellung negative Auswirkungen auf ihren Ruf haben könne, argumentieren sie. Das Gericht entsprach dem und verpflichtete die Stadt mit einer einstweiligen Anordnung, die Informationen zu liefern. Gegen den Beschluss legte die Stadt Köln jedoch Beschwerde ein.

«Das Gericht stuft das Museum nicht als Forschungsinstitut ein, aber die Forschung, die hier stattfindet, muss ebenso wie die an Hochschulen geschützt werden», teilte das Museum der Deutschen Presse-Agentur mit. «Die Forschungen zur Authentizität in unserer Russischen Avantgarde-Sammlung sollen in zwei Wochen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.» Es gebe keinen Grund, warum die Galerie, von der Peter Ludwig seinerzeit einen Großteil seiner Sammlung erworben habe, die Ergebnisse vorab erhalten sollte. «Es geht in dieser Ausstellung um unsere Sammlung und um die Methoden mit denen man authentische und nicht authentische Werke identifizieren kann.» Die Ausstellung und die damit verbundenen Ergebnisse werden bereits international mit Spannung erwartet.

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