Grüne fordern Corona-Tests in Flüchtlingsunterkünften
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Monika Düker, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht im Landtag in Düsseldorf. Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach dem jüngsten Corona-Ausbruch in einem Flüchtlingsheim in St. Augustin bei Bonn fordern die Grünen im Landtag flächendeckende Tests bei allen Bewohnern in den Landesunterkünften. Die Landesregierung habe es in zwei Monaten auch nicht geschafft, die Belegung in den Sammelunterkünften zu entzerren, damit die Menschen dort nicht so beengt lebten, sagte Grünen-Fraktionschefin Monika Düker am Dienstag.

Von rund 11 800 Menschen, die allein in den Landesunterkünften lebten, zählten 800 bis 900 zur Risikogruppe. Diese seien immer noch nicht gesondert untergebracht, sagte Düker. Inzwischen habe sogar das Verwaltungsgericht Münster der Landesregierung einen «Dämpfer» verpasst. Das Gericht hatte entschieden, dass eine schwangere Asylsuchende nicht dazu gezwungen werden darf, in einer Gemeinschaftsunterkunft zu wohnen.

Inzwischen sei schon die fünfte Flüchtlingsunterkunft von Corona-Fällen betroffen. Das zeige, dass die Wahrscheinlichkeit, sich dort mit dem Coronavirus zu infizieren, besonders hoch sei. Selbst anerkannte Flüchtlinge würden aber derzeit aus den Unterkünften nicht in die Kommunen überwiesen, sagte Düker. Mit den Kommunen müssten jetzt Gespräche aufgenommen werden, um die Situation zu entschärfen. Das Land brauche generell eine andere Teststrategie, sagte Düker. Nur dort zu testen, wo Krankheits- oder Verdachtsfälle aufträten, sei falsch.

In dem Flüchtlingsheim in St. Augustin hatten sich rund 130 Menschen mit Corona infiziert. In Euskirchen wurden mehr als 50 Personen in einer Unterkunft positiv getestet, in Mettmann bei Düsseldorf kam es in einem Flüchtlingsheim zu mehr als 30 Positivfällen.

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