Gut 1600 gefährdete Arten leben im Nationalpark Eifel

Schleiden (dpa/lnw) - Höchste Alarmstufe für die Arguszirpe: In Deutschland ist sie vom Aussterben bedroht, aber im Nationalpark Eifel springt diese Zikade noch herum. Das kleine pflanzensaugende Insekt gehört zu den über 1600 gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, die mittlerweile in dem Großschutzgebiet registriert sind, sagte Biologe Andreas Pardey am Dienstag.

Beim Start des ersten Nationalparks in Nordrhein-Westfalen 2004 waren Fachleute von gerade mal 230 gefährdeten Arten ausgegangen. Zu den Überraschungen zählten in den Folgejahren der Schwarzstorch und die vom Aussterben bedrohte Wildkatze. Sie ist auch Symboltier des Schutzgebietes. Der 110 Quadratkilometer große Nationalpark liegt südlich von Aachen und soll sich über Generationen zu einem vom Menschen weitgehend unberührten Buchenwald entwickeln.

Insgesamt seien im Nationalpark Eifel rund 7100 Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen. In den sonnenexponierten Felsen an der Urfttalsperre hätten Experten auch eher im Mittelmeerraum verbreitete Arten gefunden, wie die Mauereidechse oder die Schlingnatter. Die Zahl der Arten werde mit den Untersuchungen weiter steigen, sagte Biologe Pardey.

Untersucht würden besonders artenreiche Gruppen. Von den voraussichtlich 2000 Pilzarten im Nationalpark sei etwa die Hälfte erfasst. Mit der laufenden Untersuchung der Feuchtgebiete werde ein deutlicher Anstieg bei den Käfern erwartet. Die dritte große Gruppe seien die Schmetterlinge, speziell die Nachtfalter.

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