Gutachter: Arzu Ö. «verstieß» gegen Ehrennormen

Detmold (dpa/lnw) - Im Prozess um die getötete Kurdin Arzu Ö. hat am Montag ein Psychologe beschrieben, gegen welche Regeln die 18-Jährige aus Sicht der jesidischen Familie verstoßen habe. So schreibe der jesidische Glaube vor, dass nur eine Beziehung zu einem Jesiden erlaubt sei, sagte der Freiburger Psychologe Jan Kizilhan vor dem Landgericht Detmold. Zudem seien sexuelle Normen vorgegeben. Frauen müssten als Jungfrau in die Ehe gehen. Andernfalls sei die Ehre des Vaters und der Familie beschädigt.

Die Anklage glaubt, dass die Familie die Beziehung Arzus zu einem Nicht-Jesiden nicht hinnehmen wollte. Eine Schwester und vier Brüder Arzus sind wegen Geiselnahme angeklagt. Drei von ihnen wirft die Anklage Mord vor. Das Trio hatte die Entführung vom November 2011 am ersten Prozesstag gestanden. Ein 22-Jähriger räumte die tödlichen Schüsse ein.

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