Gutachter gegen Sicherungsverwahrung für «Brummi-Andi»
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Der unter anderem wegen Zwangsprostitution von Frauen und Fahren ohne Fahrerlaubnis in 42 Fällen Angeklagte (l) sitzt vor Beginn der Verhandlung im Landgericht neben seinem Anwalt Marcus Hertel. Foto: Ralf Roeger/Archiv
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Aachen (dpa/lnw) - Im Prozess gegen einen als «Brummi-Andi» bekanntgewordenen Serienstraftäter hat sich ein Gutachter gegen eine Sicherungsverwahrung ausgesprochen. Er sehe bei dem 33-Jährigen keinen krankhaften Hang zu erheblichen oder gefährlichen Straftaten, sagte der Psychiater am Freitag im Aachener Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem vielfach vorbestraften Angeklagten 72 Straftaten vor, unter anderem Zwangsprostitution, Zuhälterei und zahlreiche Verkehrsdelikte.

Nach Auffassung des Gutachters steht der Angeklagte zu seinen Taten und geht selbstkritisch damit um. Er schiebe die Schuld nicht auf andere und sehe ein, dass er Hilfe brauche. Dieses Verhalten spreche nicht für einen pathologischen Hang zur Kriminalität.

Das Urteil des Landgerichts wird für Montag erwartet. Zuvor müssen jedoch noch Staatsanwaltschaft, Nebenkläger und Verteidigung ihre Plädoyers halten.

Der Angeklagte hatte schon als Jugendlicher Spritztouren mit dem Lastwagen seines Vaters unternommen. Im Alter von 14 Jahren fuhr er einen niederländischen Polizisten tot und erhielt dafür eine mehrjährige Jugendstrafe. Danach saß der gebürtige Düsseldorfer wegen unterschiedlicher Straftaten immer wieder im Gefängnis.

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