Hannelore Kraft: Debatte um «Weinerlichkeit» zeigt Defizite auf

Berlin (dpa) - Die Debatte um angebliche Weinerlichkeit der Bundesfamilienministerin zeigt nach Ansicht von Hannelore Kraft (SPD), dass noch einiger Wandel in den Köpfen nötig ist. «Frauen werden noch immer mit anderen Adjektiven beschrieben», sagte die NRW-Ministerpräsidentin in Berlin bei der Gesprächsreihe «Brigitte Live». Das teilte der Verlag Gruner + Jahr, in dem «Brigitte» erscheint, am Dienstag mit.

«Ich fand die Debatte gut. Auch ich werde manchmal mit Attributen belegt wie «dünnhäutig», «kratzbürstig» oder «zickig». Und eben nicht als «kämpferisch» und «durchsetzungsstark», das sind männliche Attribute. Das zeigt mir dann, wir sind noch nicht so weit, wie wir manchmal glauben», sagte Kraft.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hatte Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) aufgefordert, sie solle in der Debatte über die Frauenquote nicht so «weinerlich» sein. Nach «Spiegel»-Informationen bedauerte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Äußerung ihres Parteifreundes. Schwesig sagte der «Bild»-Zeitung, für sie sei die Sache abgehakt.

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