Heinsberger Awo-Chef: Coronavirus belastet Altenheimbewohner
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Das Ortsschild von Heinsberg. Foto: Jonas Güttler/dpa/Archivbild
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Heinsberg (dpa/lnw) - Die strengen Vorschriften rund um das Coronavirus belasten die Bewohner der Altenheime im Kreis Heinsberg stark. «Es ist eine schwierige Situation. Für die Bewohner ist das eine große Einschränkung in ihrer Lebensqualität, wenn sie keinen Besuch mehr bekommen», sagte der Leiter der Kreisgeschäftsstelle der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Andreas Wagner, der Deutschen Presse-Agentur. Der Kreis Heinsberg hatte Angehörigen und Gästen angesichts der starken Ausbreitung des Virus dringend davon abgeraten, Pflegeeinrichtungen zu besuchen.

«Das war absolut notwendig, denn jeder Kontakt ist mit Risiken verbunden», sagte Wagner, in dessen Einrichtungen es aktuell keinen Corona-Fall gibt. Er warnte aber auch vor einer Vereinsamung der Bewohner, die mittlerweile seit knapp zwei Wochen keinen Besuch mehr empfangen sollen: «Die Bewohner vermissen ihre Kontakte.» Es gebe laut Wagner aber Ausnahmen: «Es gibt einfach Lebenssituationen, in denen es wichtig ist, dass die Familie vor Ort ist. Wir sind grundsätzlich eine offene Einrichtung, bei uns wird niemand eingesperrt.» Die Awo unterhält im Heinsberg zwei Pflegeheime, insgesamt gibt es im Kreis nach Angaben der Verwaltung 40 stationäre Pflegeheime.

Noch deutlich weiter geht das Unternehmen Comunita Seniorenhäuser, das sechs Altenheime im Dortmunder Raum und in Krefeld unterhält. Laut Homepage wird dort bei allen Besuchern die Temperatur gemessen. Nur wenn sie unter 37,5 Grad liegt, dürfen die Besucher die Einrichtung betreten. Pro Bewohner sei nur ein Gast pro Tag erlaubt, der dazu eine Atemschutzmaske tragen müsse und nur eine Stunde bleiben dürfe. Menschen, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt mit «einer Person aus betroffenen Gebieten» hatten, müssten ebenfalls draußen bleiben. Zuvor hatten die «Ruhr Nachrichten» darüber berichtet.

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