Hindu-Tempelverein klagt auf Anerkennung als Religionsgemeinschaft

Arnsberg/Hamm (dpa/lnw) - Der Hindu-Tempel in einem Industriegebiet in Hamm-Uentrop ist Pilgerort für Gläubige aus ganz Europa. Zum jährlichen Tempelfest kommen mehr als 10 000 Hindus, die meisten von ihnen Tamilen aus Sri Lanka. Ihr Verein möchte gerne die Rechte einer Religionsgemeinschaft nutzen. Weil das Land einen Antrag auf «Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts» (KdöR) ablehnte, muss sich an diesem Freitag das Verwaltungsgericht in Arnsberg mit dem Fall befassen.

Gründe für die Ablehnung des Antrags waren unter anderem, dass der Verein erst seit 2004 besteht und nur knapp 2000 Mitglieder hat. Der Verein selbst macht aber geltend, die Gemeinschaft bestehe schon seit 1989 und die vielen tausend Teilnehmer am Tempelfest zeigten die Bedeutung des Vereins.

Der Hindu-Verein gilt in Hamm als friedlich und unpolitisch. Von den «Befreiungstigern von Tamil Eelam», die für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit in Sri Lanka kämpften, habe sich der Verein klar abgegrenzt, sagt beispielsweise der Grünen-Politiker Ulrich Kroker.

Insgesamt sind nach Auskunft der Düsseldorfer Staatskanzlei vom Freitag 37 kirchliche oder Weltanschauungs-Gemeinschaften als KdöR anerkannt. Muslimische, hinduistische oder buddhistische sind nicht darunter.

Gemeinschaften mit dem Status einer KdöR dürfen unter anderem Beiträge beziehungsweise Kirchensteuer einziehen, Friedhöfe betreiben und steuerliche Vorteile in Anspruch nehmen. Der Hindu-Tempelverein ist die ersten Gemeinschaft in NRW, die gegen die Ablehnung ihres KdöR-Antrags klagt.

Homepage des Tempelvereins

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