Höxter-Prozess: Angeklagte sieht sich weiter als Opfer
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Blick auf das Ärmelabzeichen mit dem Wappen von NRW eines Justizbeamten im Landgericht. Foto: Friso Gentsch/Archiv
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Paderborn (dpa) - Im Mordprozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter haben Nebenkläger aus Protest gegen das ausführliche letzte Wort der angeklagten Angelika W. den Saal verlassen. Wie bereits zum Prozess-Auftakt vor fast zwei Jahren beschrieb sich Angelika W. am Freitag als Opfer ihres Partners Wilfried W., der mit ihr auf der Anklagebank sitzt. Nach rund 90 Minuten verließen die drei Anwälte der Nebenkläger und die Mutter einer in Höxter ums Leben gekommenen Frau die Verhandlung. «Nichts Neues», sagte die Mutter beim Gang aus dem Saal. Eine Entschuldigung oder ein Wort des Bedauerns in Richtung der Opfer-Vertreter sagte Angelika W. in den ersten Stunden ihres letzten Wortes nicht.

Über Jahre hinweg sollen Wilfried W. (48) und Angelika W. (49) mehrere Frauen in das Haus nach Höxter in Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der seelischen und körperlichen Quälereien. Die Anklage lautet auf Mord durch Unterlassen.

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