Holocaust-Gedenktag: Kuper fordert wehrhafte Demokratie
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Andre Kuper (CDU), Landtagspräsident, spricht im Plenum des Landtages. Foto: Federico Gambarini/dpa/Aktuell
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus hat Landtagspräsident André Kuper ein entschlossenes Vorgehen gegen Antisemitismus gefordert. Es gelte, wehrhaft gegenüber all jenen zu bleiben, «die mit Worten und Waffen Menschen jüdischen Glaubens angreifen», sagte Kuper am Mittwoch im nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf. «Wir bleiben standhaft gegenüber denen, die Hetze und Hass auf den Straßen, in den sozialen Netzwerken und auch in politischen Reden verbreiten.» Zugleich forderte Kuper eine entschlossene Verteidigung der Demokratie.

Anlass war der jährliche Gedenktag zur Erinnerung an die Befreiung der Überlebenden des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch Soldaten der Roten Armee. Die Landtagsabgeordneten gedachten der Opfer des Nationalsozialismus mit einer Schweigeminute.

Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Extremismus und Menschenhass seien noch nicht besiegt, sagte Kuper. «Ich rede nicht von irgendwo. Man findet sie direkt vor unserer Haustür.» Auch im Jahr 2021, mitten in Düsseldorf und Nordrhein-Westfalen, mitten in Deutschland und Europa, müssten Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder ihrer Lebensweise um ihre Würde und ihr Wohlergehen fürchten.

Allein in Auschwitz im von der Wehrmacht besetzten Polen wurden mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet, zumeist Juden. In ganz Europa fielen dem Holocaust rund 6 Millionen Juden zum Opfer. «Das Erinnern an die zahllosen Menschen, die von den NS-Verbrechern in den Konzentrationslagern gequält und getötet wurden, ist und bleibt Mahnung an uns alle», sagte Kuper.

© dpa-infocom, dpa:210127-99-187826/3

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