IG-Metall-Chef: Staat soll «nicht kleckern, sondern klotzen»

Köln (dpa) - Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, hat den Staat aufgefordert, mehr Geld für Straßen, Brücken und Schulen auszugeben. «Die Infrastruktur wird marode», sagte Wetzel am Donnerstag bei einer Maikundgebung in Köln. «Das Gebot der Stunde lautet: Nicht kleckern, sondern klotzen. Ohne Investitionen wird Deutschland nicht mehr lange ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort bleiben.»

Die deutsche Investitionsquote sei in den vergangenen 15 Jahren um vier Prozent unter dem OECD-Durchschnitt gelegen. Das müsse sich ändern. «Um auf OECD-Schnitt zu kommen, haben Experten einen jährlichen Bedarf von 100 Milliarden errechnet - 20 Milliarden vom Staat, der Rest von den Unternehmen», sagte Wetzel. Auch Unternehmen müssten wieder verstärkt investieren, zum Beispiel in Forschung und Innovation.

«Wie kann es sein, dass die unternehmerischen Gewinne ständig steigen und Investitionen sinken?», fragte Wetzel. «Da fragt man sich doch: Wo ist das ganze Geld hin, das wir Beschäftigten erwirtschaften?» Nach Angaben der IG Metall waren etwa 10 000 Teilnehmer zu der Kundgebung in die Kölner Innenstadt gekommen.

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