IG Metall: Firmen lagern Arbeit zunehmend aus - Verband widerspricht

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die bundesweite Kampagne der IG Metall gegen die Auslagerung von Arbeit über Werkverträge sorgt auch in Nordrhein-Westfalen für Kontroversen. Die Gewerkschaft präsentierte am Donnerstag eine Befragung von 860 NRW-Betriebsratsvorsitzenden. Danach lagern mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der Firmen Arbeit an Externe aus. Die Zahl habe in fast einem Viertel der Unternehmen in den vergangenen drei Jahren zugenommen. Dabei seien inzwischen durchaus auch Kernbereiche wie die Entwicklung und Produktion betroffen. Ziel sei Lohndumping für den kurzfristigen Gewinn. Zugleich entstünden betriebsratsfreie und tariflose Zonen, kritisierte der NRW-Chef der IG Metall, Knut Giesler.

Der Verband der NRW-Metallarbeitgeber nannte die Kampagne dagegen «völlig überzogen und wirklichkeitsfremd». Aufträge an spezialisierte Unternehmen seien ein Fundament der Arbeitsteilung, sagte der Metall NRW-Hauptgeschäftsführer Luitwin Mallmann. Wer Werkverträge unter den Generalverdacht des Missbrauchs stelle, füge dem Ansehen des Industriezweiges Schaden zu und gefährde die Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Der Gewerkschaft gehe es offensichtlich nur um die Stärkung ihrer eigenen Tarif- und Organisiationsmacht, sagte der Arbeitgebervertreter.

Mitteilung IG Metall

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