Impfgegnerin soll Duisburgs OB bedroht haben: Prozess

Duisburg (dpa/lnw) - Weil sie gegen die Masernimpfung ihrer Tochter war, soll eine 44-Jährige in Duisburg eine Mitarbeiterin des Jugendamtes und den Oberbürgermeister bedroht haben. Der Fall wird heute vor dem Amtsgericht Duisburg verhandelt. Die Anklage wirft der Frau versuchte Nötigung vor. Oberbürgermeister Sören Link (SPD) ist als Zeuge geladen.

Wie das Amtsgericht mitteilte, lebt das 2018 geborene Kind in einer Pflegefamilie unter Betreuung des Jugendamtes. Als es gegen Masern geimpft werden sollte, wurde die Mutter davon in Kenntnis gesetzt.

Die Frau, die ohne festen Wohnsitz ist, soll daraufhin im August 2019 der zuständigen Mitarbeiterin des Jugendamtes in einer E-Mail gedroht haben, sie «und ihre Behörde anzugreifen», falls es zur Impfung komme. Einen Tag später soll sie einen in englischer Sprache verfassten Drohbrief an die Privatanschrift des Oberbürgermeisters eingeworfen haben. Das Kind wurde schließlich trotz der Drohungen der Frau geimpft. Die 44-Jährige befindet sich derzeit in Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr.

Die mehrfache Mutter war bereits früher mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Nach Angaben eines Gerichtssprechers war sie wegen Kindesentziehung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, nachdem sie gegen den Willen des Kindesvaters mit zwei gemeinsamen Kindern durch Europa gereist war.

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