Jobst: «Bürgschaft in anderen Branchen selbstverständlich»
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Alexander Jobst spricht bei einem Interview. Foto: Guido Kirchner/dpa
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Gelsenkirchen (dpa/lnw) - Marketingvorstand Alexander Jobst hat die angekündigten Sparmaßnahmen beim FC Schalke 04 konkretisiert. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur verteidigte Jobst zudem die beim Land Nordrhein-Westfalen beantragte Bürgschaft für ein Betriebsmittel-Darlehen. «Sie können auf keinen Fall etwa zur Finanzierung von Spielern oder ähnlichem verwendet werden. In vielen anderen Branchen ist es völlig selbstverständlich, das Instrument der Landesbürgschaft zu nutzen», sagte Jobst der dpa.

Der 46-Jährige kündigte an, Schalkes Engagement im E-Sport herunterzufahren und zuvor regelmäßig getätigte Investitionen in die Veltins-Arena teilweise zu stoppen. «Wir müssen uns zukünftig noch klarer fokussieren und werden Einsparungen außerhalb des Kerngeschäfts für die kommende Saison im hohen siebenstelligen Bereich vornehmen», sagte Jobst.

Er bestätigte zudem die Einführung einer künftigen Gehaltsobergrenze für neue Spieler: «Zusätzlich werden wir uns intern ab sofort eine Richtlinie auferlegen für ein maximales Gehaltsgefüge in Bezug auf die Neuverpflichtung von Spielern.» Die Grenze soll bei etwa 2,5 Millionen Euro im Jahr liegen, sei aber final noch nicht festgelegt.

Zudem bezeichnete Jobst den Rücktritt des langjährigen Aufsichtsratschef Clemens Tönnies auch als Chance: «Es liegt jetzt auch in Jochen Schneiders und meiner Vorstandsverantwortung, mit Schalke in die Zukunft zu blicken. Der Club wird sich dabei in gewissem Sinne emanzipieren und eine neue Führungskultur ebnen.»

Die Proteste gegen den umstrittenen Tönnies nach dem Corona-Ausbruch in dessen Schlacht-Betrieb in Rheda-Wiedenbrück seien auch für den Club belastend gewesen. «Diese Welle hat sich natürlich auch auf Schalke übertragen mit der Folge, dass wir bei Sponsoren und Fans Gesprächsbedarf spürten», sagte Jobst.

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