Jugendverbände fordern mehr Freizeit für Schüler

Neuss/Essen (dpa/lnw) - Abitur in zwölf Jahren und Unterricht am Nachmittag: Heranwachsende haben nach Ansicht von Jugendverbänden wegen der Schule zu wenig Freizeit. «Die Ganztagsschule ist eine Gefahr für unsere Gesellschaft», beklagt Dominik Naab, Bundesvorsitzender der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG). Sie lasse den Kindern und Jugendlichen keine selbstbestimmten Freiräume für ihre persönliche Entwicklung. Auch der Bund der Deutschen katholischen Jugend beobachtet mit Sorge, dass es aufgrund der Bildungsreformen immer schwieriger sei, ehrenamtliche Helfer im Schüler- oder Studentenalter für die Jugendarbeit zu finden.

Die Musikschulen in Nordrhein-Westfalen sehen im Turboabitur einen Grund für Mitgliederschwund gerade bei älteren Schülern. So sei seit 2009 die Zahl der Musikschüler im Oberstufenalter um zehn Prozent gesunken, sagte Volker Gerland, Vorsitzender des NRW-Landesverbandes der Musikschulen. Viele Eltern wollten ihre Kinder angesichts des Unterrichtspensums entlasten und hielten den Musikunterricht am ehesten für verzichtbar.

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