Justiz untersucht Vorwürfe gegen Giscard d'Estaing
DPA
Valéry Giscard d'Estaing, der ehemalige französische Staatspräsident. Foto: Michel Euler/AP/dpa/Archivbild
DPA

Paris (dpa) - Die französische Justiz untersucht Vorwürfe sexueller Belästigung gegen Frankreichs Ex-Staatschef Valéry Giscard d'Estaing. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Paris.

Eine Reporterin des WDR hatte dem 94 Jahre alten Ex-Präsidenten in der vergangenen Woche vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben. Er habe ihr «nach einem Interview, das ich mit ihm im Dezember 2018 in Paris geführt habe, mehrfach an das Gesäß gefasst», hatte die Journalistin Ann-Kathrin Stracke am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Sie bestätigte, Strafanzeige wegen sexueller Belästigung gestellt zu haben.

Der Anwalt des früheren Staatsoberhaupts, Jean-Marc Fédida, hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt, Giscard d'Estaing erinnere sich nicht an die Ereignisse, über die sich die Journalistin beklage, und wisse nichts über den rechtlichen Schritt. Der Ex-Staatschef betrachte das Ganze als einen «besonders unwürdigen und verletzenden Medien-Angriff».

Der liberale Zentrumspolitiker amtierte von 1974 bis 1981 im Élyséepalast. In den 1970er Jahren formierte er mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) ein bekanntes deutsch-französisches Duo.

SOCIAL BOOKMARKS