Kalkar: Hitler war der Ehrenbürgerwürde nicht würdig

Kalkar (dpa/lnw) - 70 Jahre nach Kriegsende hat der Stadtrat von Kalkar am Niederrhein ausdrücklich die Ernennung Adolf Hitlers 1933 zum Ehrenbürger verurteilt. Der damals einstimmig gefasste Beschluss der Gemeindevertretung gehöre aus heutiger Sicht zu den dunkelsten Kapiteln der lokalen Geschichte, heißt es in dem Ratsbeschluss: «Deshalb bekräftigt der Kalkarer Rat nachdrücklich, dass Adolf Hitler der Ehrenbürgerwürde Kalkars unwürdig war.»

In einer Zeit vermehrter Fremdenfeindlichkeit sei diese Klarstellung wichtig. Nach Angaben der Stadt von Mittwoch gab es am Dienstagabend im Stadtrat drei Enthaltungen, eine Gegenstimme und 28 Ja-Stimmen. Die Ehrenbürgerwürde war mit dem Tod Hitlers automatisch erloschen.

Die Grünen hatten trotzdem die Aberkennung gefordert, so wie das viele andere deutsche Städte in einem symbolischen Schritt gemacht hatten - wie etwa das ostwestfälische Bad Oeynhausen oder die niederrheinische Gemeinde Schwalmtal. Kalkar hatte sich 2003 schon einmal mit dem Thema befasst. Da mit dem Tod Hitlers die Ehrenbürgerschaft erloschen war, sahen die Politiker keinen weiteren Handlungsbedarf.

Ehrenbürger Kalkar

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