Kein geselliger Maifeiertag in der Pandemie
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Die bunten Bänder eines Maibaumes flattern im Wind. Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild
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Hamm/Köln (dpa/lnw) - Kontaktregeln, Ausgangssperren und das Partyverbot verderben in der andauernden Corona-Pandemie viele sonst so gesellige Traditionen zum 1. Mai. Die Regeln der Bundesnotbremse und Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelten auch am Maifeiertag, appellierten die Krisenstäbe und Ordnungsbehörden mehrerer Kreise und Städte in NRW an ihre Bürger. Die Stadt Hamm nahm sogar ausdrücklich für das Maiwochenende ein «Bollerwagen- und Musik-Verbot» auf öffentlichen Plätzen, Parks und Wegen in den geltenden Corona-Regelkatalog auf.

Bollerwagen, Handkarren oder Ähnliches dürfen nicht mitgeführt werden, es sei denn, es handelt sich um einen Bollerwagen für kleine Kinder, den Eltern ziehen. Auch Lautsprecheranlagen und Ghettoblaster sind tabu, verboten sind Picknicks und das Grillen im Park, für einige Bereiche gilt ein Alkoholverbot. Nach Auskunft der Stadt Hamm sind gegen die Regelung aber noch Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Arnsberg anhängig. Hamm war am Freitag mit einer Inzidenz von 300,1 der Spitzenreiter in NRW bei den Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Ein Sprecher des Arnsberger Verwaltungsgerichts sagte am Freitag auf Anfrage, ein Antragsteller habe sich gegen das Alkoholverbot gewandt - erfolglos. Er habe mit einem Eilverfahren erreichen wollen, dass er am 1. Mai am Grab seiner Eltern ein Glas Wein trinken dürfe. Das Gericht habe hier aber kein Rechtschutzbedürfnis gesehen und Alkoholkonsum auf dem Friedhof sei ohnehin grundsätzlich verboten, schilderte der Gerichtssprecher. Ein Eilverfahren gegen Bollerwagen- oder Lautsprecherverbot sei nicht bekannt.

Unter Verweis auf die bereits geltenden Regeln belassen es die meisten Kreise und Städte bei dem Appell, diese auch bei Maitraditionen einzuhalten: «Das Amt für öffentliche Ordnung bittet Verliebte, die Birkenbäumchen vor 21 Uhr oder nach 5 Uhr am Haus ihrer Angebeteten aufzustellen, damit die Ausgangsbeschränkung eingehalten wird», teilte beispielsweise ein Sprecher der Stadt Köln mit. In vielen Regionen gilt ein Maibaum als Liebesbeweis.

Anderswo steht der Maifeiertag im Zeichen feuchtfröhlicher Wanderungen oder Tänze in den Mai - normalerweise. Weil Treffen in den meisten Regionen NRWs auf den eigenen Haushalt mit einer weiteren Person beschränkt und Partys ohnehin gänzlich verboten sind, teilte beispielsweise Soests Kreisdirektor Dirk Lönnecke mit: «Größere Treffen sind also nicht denkbar, auch die Grillparty mit Gästen im heimischen Garten ist untersagt.»

Polizei und Ordnungsämter seien im Einsatz, um die Einhaltung zu kontrollieren, heißt es exemplarisch aus dem Kreis Borken: Am besten sei es daher für alle, auf Ausflüge ganz zu verzichten. Denn der Infektionsschutz erfordere es, Kontakte möglichst zu vermeiden, so der Landrat Kai Zwicker (CDU).

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