Kleinkind misshandelt: Gefängnis für Stiefvater
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Das Gebäude, in dem Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht untergebracht sind. Foto: Bernd Thissen/Archiv
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Essen (dpa/lnw) - Nach der brutalen Misshandlung eines Kleinkindes hat das Essener Landgericht die Strafe für einen verurteilten Brandstifter auf neuneinhalb Jahre Haft aufgestockt. Laut Urteil vom Montag hat der 25-jährige Angeklagte den Sohn seiner Ehefrau Ende 2016 auf den Boden oder auf ein Sofa geschleudert. Dabei hatte der damals anderthalbjährige Junge schwerste Kopfverletzungen erlitten. Das Landgericht verurteilte ihn nun wegen Kindesmisshandlung.

Der Angeklagte war in einem früheren Prozess zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte in seiner Wohnung und im Treppenhaus Feuer gelegt, um sich an den Nachbarn zu rächen, die wegen des schlimmen Zustandes des Kindes das Jugendamt alarmiert hatten. Im aktuellen Verfahren hat er zwar Fehler im Umgang mit dem Sohn seiner Ehefrau eingeräumt, ein Wegschleudern des Kindes aber bestritten. Nach seiner Erklärung müssten die Verletzungen beim Spielen passiert sein.

Die ebenfalls angeklagte Mutter des Kindes ist vom Landgericht am Montag zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ihr wurde vorgeworfen, ihren Sohn nicht ausreichend geschützt zu haben. «Sie haben als Mutter versagt», sagte Richterin Karin Meiberg.

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