Knall und Grollen: Leichtes Erdbeben weckt viele Düsseldorfer

Düsseldorf (dpa/lnw) - Besorgte Anrufer berichteten von einem Knall oder einem Donnergrollen, andere spürten ein leichtes Ruckeln: In Düsseldorf hat die Erde gebebt, wenn auch nur leicht. Nach Angaben der Erdbebenstation Bensberg der Universität Köln hatte das erste Beben um 5.53 Uhr eine Stärke von 1,9 auf der Richter-Skala, das zweite um 6.13 Uhr eine Stärke von 1,6. Die Epizentren beider Beben lagen im Düsseldorfer Osten und im benachbarten Erkrath, berichtet ein Sprecher des Geologischen Dienstes NRW in Krefeld.

Bei der Feuerwehr riefen 120, bei der Polizei 40 besorgte Anwohner aus dem gesamten Stadtgebiet an, berichteten etwa von klirrenden Fensterscheiben. Von Schäden oder Verletzten wurde nichts bekannt.

Die Stärke der Erdbeben liegt knapp über der für Menschen spürbaren Schwelle. «Das ist als ob ein schwerer Lkw am Haus vorbeifährt», hieß es beim Geologischen Dienst. «Tagsüber wäre das vermutlich nicht so sehr aufgefallen.» Schäden an Bauwerken sind bei einem solchen Beben nicht zu erwarten.

Ungewöhnlich sei aber das Epizentrum: Unter Düsseldorf habe den Aufzeichnungen zufolge noch nie der Auslöser eines Erdbebens gelegen. Zumindest seit Beginn der genauen Aufzeichnungen 1980 könne dies ausgeschlossen werden.

Düsseldorf liegt aber in der niederrheinischen Bucht. Die gilt als erdbebengefährdet, wenn auch nur für kleinere Beben, die dort mehrmals im Jahr registriert werden. Das letzte stärkere Beben habe sich 1992 unter dem niederländischen Roermond nahe Mönchengladbach ereignet. Es erreichte einen Wert von 5,9 auf der Richter-Skala.

In den sozialen Netzwerken tauschten sich die Düsseldorfer über ihre Erfahrungen der Nacht aus. Ein Spaßvogel versuchte, die ungewöhnliche Architektur der Gehry-Bauten im Düsseldorfer Medienhafen als Erdbebenschaden zu deklarieren.

Erdbebenstation Bensberg - Zuletzt geortete Lokalbeben

Geologischer Dienst NRW

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