Kündigung einer schlafenden Bahnmitarbeiterin bleibt unwirksam

Köln (dpa/lnw) - Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn, die während der Fahrt eingeschlafen war, hat den Prozess um ihre Kündigung endgültig gewonnen. Die Bahn habe keine Berufung gegen die Entscheidung vom November eingelegt, teilte das Arbeitsgericht Köln am Dienstag mit. Die Frau, die in einem Bordbistro beschäftigt ist, hatte in einem Abteil die Füße hochgelegt, weil es ihr an dem Tag nicht gut ging. Da niemand sie weckte, schlief die Frau nach eigenen Angaben die ganze siebenstündige Fahrt durch. Daraufhin erhielt sie von der Deutschen Bahn die Kündigung. Dies sei unverhältnismäßig, hatten die Richter im November geurteilt.

Die 30-Jährige hatte an dem fraglichen Tag schon zu Dienstbeginn gegenüber dem Zugchef und der Restaurantleitung über Unwohlsein geklagt, wollte sich aber nicht krankmelden. Kurz darauf hatte die Frau sich nach Rücksprache mit ihrer Chefin dann doch in einem Kleinkindabteil ausgeruht, aber darum gebeten, bei Bedarf gerufen zu werden. Die Bahn hatte in dem Verhalten einen Vertrauensbruch gesehen, während die Richter umgekehrt die Frage gestellt hatten, warum die «ganz normale kollegiale Fürsorge» in diesem Fall nicht gegriffen und niemand nach der kranken Frau geschaut habe.

Urteil

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