Kurdischer Präsidentschaftskandidat wirbt in Köln um Wähler

Köln (dpa/lnw) - Der Kandidat der pro-kurdischen Partei HDP für die Präsidentenwahl in der Türkei, Selhattin Demirtas, hat am Samstag in Köln um Wähler geworben. Vor rund 3600 Anhängern forderte er Religionsfreiheit in der Türkei. «Jeder soll seine Religion frei leben können, die staatliche Religionsinstitution muss aufgehoben werden. Die Gebetsstätten der Aleviten und anderer Gläubiger müssen gesetzlich manifestiert werden», rief der 41-Jährige seinen Zuhörern zu.

Demirtas ist derzeit auf Wahlkampftour durch die Schweiz, Belgien, Deutschland und Großbritannien. Er kandidiert für die Demokratische Partei der Völker HDP. Umfragen räumen ihm wenig Chancen gegen den derzeitigen türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan (AKP) und Ekmeleddin Ihsanoglu ein, der für die beiden größten Oppositionsparteien CHP und MHP antritt. Die Präsidentenwahl ist am 10. August. Erstmals können auch Türken im Ausland ihre Stimme abgeben. Rund 1,5 Millionen in Deutschland lebende Türken sind wahlberechtigt.

Erdogan war im Mai ebenfalls in Köln und hatte den deutschen Medien vorgeworfen, das Grubenunglück von Soma auszuschlachten, um ihn anzugreifen und zu beleidigen. Einige Wochen später war in Essen der CHP-Vorsitzende Kemal Kilicdaroglu aufgetreten und hatte Erdogan wegen des Unglücks, bei dem 300 Menschen umgekommen waren, kritisiert.

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