«Libori»-Fest in Paderborn: Reliquien kamen 832 aus Frankreich

Paderborn (dpa/lnw) - Karussells und Bier, aber auch goldener Schrein und katholische Prozession - das ist das Libori-Fest in Paderborn. Neun Tage lang feiern das Erzbistum und die Stadt ihre «fünfte Jahreszeit». Ab Samstag erwartet die Stadt bis zum 3. August mehr als eine Million Besucher. Sie machen Libori zu einem der größten Volksfeste Deutschlands.

Am Sonntag wird das Festhochamt im Dom gefeiert, das das Erzbistum per Livestream im Internet überträgt. Danach wird der Goldene Schrein mit den Reliquien des heiligen Liborius in einer Prozession durch die Stadt getragen. Das weltliche Libori-Fest bietet 140 Schausteller und 150 Marktstände auf dem Pottmarkt auf. Neu ist die Schlemmermeile «Plaza Europa».

Kirmes kommt von Kirchweih-Messe und markiert den Weihetag des Kirchenhauses. Sie wird oft am Namenstag des Schutzheiligen gefeiert. Der Namenstag des Liborius, Bischof von Le Mans im 4./5. Jahrhundert und später Patron der Paderborner Domkirche, ist der 23. Juli. Das Fest erinnert an die Ankunft der Reliquien des heiligen Liborius aus dem französischen Le Mans in Paderborn im Mai des Jahres 836.

Warum die Reliquien nach Paderborn gebracht wurden? Die meisten Quellen erwähnen nur die damals übliche «Reliquientranslation» aus westfränkischen Kirchen nach Sachsen.

Hintergrund war, dass Karl der Große durch die Unterwerfung der Sachsen Ende des 8. Jahrhunderts zwar gesiegt und damit auch die Missionierung eingeleitet hatte, die Kirchen der Region aber noch mit den damals üblichen Reliquien bestückt werden mussten. Der Tausch von Gaben sollte auch die Beziehungen der Tauschpartner stabilisieren oder auch bessern. Paderborn gehörte damals zum sächsische Gebiet.

Libori-Informationen der Stadt Paderborn

Libori-Informationen des Erzbistums Paderborn

Das Erzbistum und die Reliquien

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