Luftwaffe übt wieder in vollem Umfang Abfangen von Zivilflugzeugen

Berlin (dpa/lnw) - Die Luftwaffe fliegt ihre Übungen zum Abfangen von Zivilflugzeugen nach dem Unfall über dem Sauerland mit zwei Toten wieder in vollem Umfang. «Nach dem Unglück ist der Bereich im Sauerland eine Zeit lang von solchen Übungen ausgenommen worden. Mittlerweile werden sie aber wieder in gewohntem Umfang durchgeführt», sagte ein Sprecher der Luftwaffe am Mittwoch der dpa. Das Abfangen von Flugzeugen gehöre zur Dauereinsatzaufgabe der Luftwaffe und müsse dementsprechend auch geübt werden.

«Pro Jahr muss die Alarmrotte mindestens ein Dutzend Mal aufsteigen, weil ein Flugzeug keinen Funkverkehr hat. Erst letzte Woche hatte ein aus London kommendes ziviles Verkehrsflugzeug 20 Minuten keinen Funkverkehr», erläuterte der Sprecher. Die Luftwaffe solle dann die Flugzeuge im Sichtkontakt identifizieren und mit der Crew per Handzeichen Kontakt aufnehmen. «Beim Blick ins Cockpit kann man auch schon sehen, ob es sich um eine Entführung handelt.»

Das Übungsszenario geht noch weiter darüber hinaus: Die Kampfjet-Piloten fordern die abgefangenen Flugzeuge im Sichtkontakt zum Folgen auf und begleiten sie zu einem Flugplatz oder zwingen sie gegebenenfalls zur Landung.

Am 23. Juni war bei einer Übung über dem Sauerland ein beteiligter Learjet abgestürzt. Das zivile Flugzeug war in etwa 2500 Metern Höhe mit einem Eurofighter zusammengestoßen. Beide Learjet-Insassen starben. Die Luftwaffe will den Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) zunächst auswerten und sich dann äußern, ob sich aus dem Unglück Konsequenzen ergeben, mit denen solche Unfälle in Zukunft verhindert werden können.

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