Machtkampf um JU-Vorsitz: Ziemiak bekommt Konkurrenz

Berlin (dpa/lnw) - In einem offenen Brief an die 117 000 Mitglieder der Jungen Union hat der stellvertretende Vorsitzende Benedict Pöttering am Dienstag seine Kandidatur für den Chefposten angekündigt. Damit bekommt der bereits von Landesverbänden vorgeschlagene Paul Ziemiak bei der Wahl eines Nachfolgers des langjährigen Vorsitzenden Philipp Mißfelder im September jetzt offiziell Konkurrenz. Schon vor Monaten wurde in Medien über einen Machtkampf zwischen beiden spekuliert.

In seiner am Dienstag versandten E-Mail, über die zuerst die «Welt» berichtete, schreibt Pöttering: «Die Neuausrichtung der Jungen Union kann nicht durch Entscheidungen von einigen wenigen gelingen, sondern muss von allen mitgetragen werden.» Er kritisiert die Mutterpartei CDU: «Der oft inhaltsleere und konfliktscheue Politikstil der letzten Jahre hat die Stammwählerschaft in weiten Teilen enttäuscht. Über eine halbe Million Wähler, die bei der Europawahl von der Union zur AfD abgewandert sind, zeigen, dass die Strategie des Ignorierens falsch war.» Und er wirft der Regierung vor, mit dem Rentenpaket den Generationenvertrag gekündigt zu haben.

Pöttering ist 31 Jahre alt, Sohn des früheren EU-Parlamentspräsidenten und kommt aus Niedersachsen. Ziemiak ist 28, JU-Vorsitzender in Nordrhein-Westfalen und im Stadtrat von Iserlohn.

"Welt"-Text zu JU

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