Mann nach Stromschlag am Hauptbahnhof Essen in kritischem Zustand

Essen (dpa/lnw) - Durch einen Stromschlag aus einer Hochspannungsleitung ist ein Mann am Hauptbahnhof Essen am frühen Samstagmorgen schwer verletzt worden. Der 20-Jährige sei am Mittag noch in einer Duisburger Spezialklinik operiert worden. Sein Zustand sei weiterhin kritisch, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Der Mann sei gegen 2.30 Uhr im Bahnhof in den Hohlraum zwischen Lok und erstem Wagen eines wartenden Nahverkehrszuges gesprungen und von dort auf das Wagendach geklettert, teilte der Sprecher mit. Dabei sei er einer bis zu 15 000 Volt starken Hochspannungsleitung zu nah gekommen. Zeugen berichteten von einem Blitz, einem Lichtbogen und einem lauten Knall. Der Mann erlitt einen Schlag, brach auf dem Wagendach zusammen und fiel schließlich ins Gleisbett. Dort fanden ihn eine Streife der Bundespolizei sowie ein zufällig im Bahnhof anwesender Feuerwehrmann. Der Verletzte wurde mit schweren Verbrennungen in die Spezialklinik gebracht.

Erst am zweiten Weihnachtsfeiertag war auf einem Berliner Güterbahnhof ein 15-Jähriger durch einen Stromstoß aus der Oberleitung getötet worden. Der Jugendliche war auf einem Kesselwagen geklettert. Sein 19-jähriger Begleiter schilderte der Polizei, er habe plötzlich einen Knall gehört und einen Lichtblitz gesehen. Danach sei der 15-Jährige vom Waggon gefallen. Als die Rettungskräfte eintrafen, war der Jugendliche nach Angaben der Polizei schon tot. Der 15-Jährige soll Medienberichten vom Samstag zufolge Verbindungen zur Sprayer-Szene haben. Er habe das Bahngelände vermutlich auskundschaften wollen, um abgestellte S-Bahn-Züge mit Graffiti zu besprühen.

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