Mehrere Jahre Haft für mutmaßlichen IS-Terroristen gefordert
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Das Wort «Oberlandesgericht» ist am Eingang in Stein gemeißelt. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archiv
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Bundesanwaltschaft hat für einen mutmaßlichen IS-Terroristen aus Wuppertal achteinhalb Jahre Haft beantragt. Die Vorwürfe gegen den 30-jährigen Tadschiken hätten sich im Wesentlichen bestätigt, so die Vertreter des Generalbundesanwalts am Montag in ihrem Plädoyer am Düsseldorfer Oberlandesgericht. Der 30-Jährige soll mit einer Terrorzelle tadschikischer Landsleute Mord- und Terroranschläge in Deutschland und Albanien geplant haben.

Er sei der Aufforderung hochrangiger IS-Funktionäre gefolgt und habe geplant, Anschläge in Deutschland zu begehen, so die Anklagevertreter. So sei er in die geplante Ermordung eines Islamkritikers in Neuss «vollwertig eingebunden» gewesen. Dessen Auftritt im Youtube-Kanal «Ex-Muslime klären auf» war ihm laut Anklage ein Dorn im Auge. Der Angeklagte habe zuvor mit anderen eine Terrorzelle des sogenannten Islamischen Staats gegründet.

Einen Auftragsmord an einem Geschäftsmann in Albanien habe er zwar abgebrochen, aber nicht, wie er behauptet habe, aus Gewissensbissen, sondern wegen Zweifeln an der Identität des ausgespähten Mannes. Er habe lediglich nicht den Falschen umbringen wollen. Nur die Tatvorwürfe der Terrorfinanzierung und der Beschaffung einer Anleitung für einen Terroranschlag ließen die Ermittler gegen den Angeklagten fallen.

Die Verteidiger wollen in der kommenden Woche plädieren, das Urteil soll am 26. Januar verkündet werden. Den anderen mutmaßlichen IS-Terroristen soll in einem gesonderten Verfahren der Prozess gemacht werden.

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