Messen rüsten sich für vorsichtigen Neustart im Herbst

Köln (dpa/lnw) - Corona hat das Messegeschäft zum Erliegen gebracht: Mit Blick auf den Herbst rüsten sich die großen Messegesellschaften in Nordrhein-Westfalen nun langsam für einen vorsichtigen Neustart. «Wir sehen uns als Veranstaltungsprofis in der Lage, auch in diesen Zeiten Veranstaltungen durchzuführen», sagte der Kölner Messechef Gerald Böse am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz der Gesellschaft. Man könne diese so gestalten, dass man mit gutem Gewissen daran teilnehmen könne.

Gemeinsam mit vielen anderen Messen pochen die Verantwortlichen bei der Politik derzeit darauf, für Messen mehr Möglichkeiten zu schaffen als für Großveranstaltungen wie Konzerte oder Volksfeste. Das Land Nordrhein-Westfalen hat Fachmessen und -kongresse ab Juni wieder erlaubt. Genaue Auflagen sind noch nicht bekannt.

In Köln und Düsseldorf stellt man sich darauf ein, dass im September die ersten Fachmessen mit begrenzten Teilnehmerzahlen wieder vor Ort stattfinden sollen. In der Landeshauptstadt wird das der Caravan Salon sein, in Köln die Gartenmesse spoga+gafa. Man habe eine Matrix entwickelt, mit der man prüfen könne, wie die einzelnen Messeformate coronakonform angepasst werden könnten, erklärte der operative Chef der Kölnmesse, Oliver Frese.

Die Kölner Messe berichtet von Umsatzeinbrüchen durch die Pandemie im dreistelligen Millionenbereich. Man werde das Jahr 2020 mit einem gravierenden Verlust abschließen, hieß es. «Die Pandemie hat die ganze Welt heftig getroffen, aber sie hat die Koelnmesse zumindest in einer Position der Stärke erwischt», sagte Messechef Gerald Böse. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die Messe erstmals mehr als 400 Millionen Umsatz, der Gewinn lag bei 30,5 Millionen Euro.

«Natürlich wird diese Pandemie und ihre Folgen vieles verändern - auch das Messewesen», sagte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), die gleichzeitig auch Vorsitzende des Aufsichtsrats der Kölner Messe ist. Digitale Lösungen könnten und sollten den für Messen typischen persönlichen Kontakt jedoch nicht dauerhaft ersetzen. Die Spielemesse Gamescom soll Ende August erstmals vollständig digital stattfinden.

Eine große Belastung wird für die Messebranche der voraussichtlich auch im Herbst noch eingeschränkte Reiseverkehr bleiben. Sowohl in Köln als auch in Düsseldorf machen internationale Aussteller bei den meisten Messen den größten Anteil aus.

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