Messerangriff in Somalia: Asylbewerberin schuldig gesprochen
DPA
Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
DPA

Detmold (dpa/lnw) - Für einen Messerangriff auf einen Mann in Somalia ist eine 28 Jahre alte Asylbewerberin vom Detmolder Landgericht zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer sprach die Frau am Freitag der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Angeklagt war sie wegen versuchten Mordes. Die Frau hatte die Tat bei ihrem Antrag auf Asyl in Deutschland offenbart.

Die 28-Jährige hatte berichtet, sie sei im Jahr 2013 in ihrer Heimat von zwei Männern in einem Laden brutal vergewaltigt worden. Später habe sie dem Ladenbesitzer in der Dunkelheit aufgelauert und ihm zweimal von hinten ein Messer in den Rücken gerammt. Nach dem Messerangriff flüchtete die Frau aus Somalia nach Deutschland.

Die Richter kamen zu der Überzeugung, dass die 28-Jährige die Tat so begangen hatte, wie vor drei Jahren bei den deutschen Behörden geschildert. Da die Frau den Messerangriff von sich aus abgebrochen hatte, wurde sie nicht wegen versuchten Mordes verurteilt.

Nach Angaben des Landgerichts greift in diesem Fall das deutsche Strafrecht, weil die angeklagte Tat in Somalia strafbar ist aber die Frau wegen der dort drohenden Todesstrafe nicht an das afrikanische Land ausgeliefert werden kann.

SOCIAL BOOKMARKS