Metallarbeitgeber wollen Tariferhöhungen erst ab 2022

Düsseldorf (dpa/lnw) - Bei den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen wollen die Arbeitgeber Einkommensverbesserungen auf das nächste Jahr verschieben. Sie legten am Freitag einen Vorschlag für die Struktur eines Tarifabschlusses vor, der unter anderem einen «Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung ab dem Jahr 2022» ermöglichen soll. IG Metall reagierte mit scharfer Kritik. Eine Nullrunde sei «schlicht inakzeptabel», sagte der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft, Knut Giesler. Das Konzept der Arbeitgeber sei «bei allen Themen eine Wundertüte ohne Inhalt».

Zur möglichen Höhe von Einmalzahlung und Tariferhöhungen äußerten sich die Arbeitgeber nach der dritten Verhandlungsrunde für die rund 700 000 Beschäftigten der Branche in NRW nicht. Die Sicherung von Arbeitsplätzen müsse absolute Priorität haben», betonte der Präsident von Metall NRW, Arndt G. Kirchhoff. Auch in einem Jahr werde nach heutigem Ermessen noch eine Vielzahl von Unternehmen um ihr Überleben kämpfen. Deshalb sehe der Vorschlag der Arbeitgeber einen Passus vor, der Unternehmen in der Krise von Zusatzbelastungen automatisch freistelle.

Die Gewerkschaft verlangt «Zukunftstarifverträge» für die einzelnen Betriebe sowie ein Entgelt-Volumen von 4,0 Prozent, das bei schwacher Nachfrage auch zum Teilausgleich von Lohnausfällen bei einer Arbeitszeitverkürzung dienen könnte.

© dpa-infocom, dpa:210205-99-318934/2

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