Middelhoff sagt als Zeuge im Sal. Oppenheim-Prozess aus

Köln (dpa/lnw) - Mit Spannung wird heute eine Zeugenaussage von Thomas Middelhoff im Strafprozess gegen die ehemalige Führung der Bank Sal. Oppenheim erwartet. Der ehemalige Arcandor-Chef war im Mai schon einmal als Zeuge geladen gewesen, damals hatte er jedoch die Aussage vor dem Kölner Landgericht verweigert.

Er begründete das mit einem kurz zuvor erschienenen Artikel über ein neues Ermittlungsverfahren gegen ihn. Jetzt aber will Middelhoff nach Angaben seines Anwalts Winfried Holtermüller vollumfänglich aussagen.

Prozessbeobachter halten eine Abrechnung mit dem mitangeklagten Immobilienmanager Josef Esch für möglich. Esch war jahrelang Middelhoffs Vermögensverwalter, doch inzwischen würdigen sich die beiden im Gerichtssaal keines Blickes mehr. Middelhoff (61) hat die Verbindung mit Esch als den größten Fehler seines Lebens bezeichnet. Esch versuchte schon, per Gerichtsvollzieher 2,5 Millionen Euro von Middelhoff einzutreiben - dieser verlangt umgekehrt Geld von Esch.

In dem seit eineinhalb Jahren dauernden Kölner Strafverfahren sind das einstige Führungsquartett der Sal. Oppenheim-Bank sowie Esch teils wegen Untreue im besonders schweren Fall, teils wegen Beihilfe dazu angeklagt. Sie bestreiten die Vorwürfe. Das Schicksal der früher größten europäischen Privatbank und des Pleitekonzerns Arcandor waren eng miteinander verbunden. Vor der Arcandor-Insolvenz im Sommer 2009 war Sal. Oppenheim größter Aktionär des Konzerns und geriet dadurch mit in den Abwärtsstrudel. Die Deutsche Bank übernahm Sal. Oppenheim Anfang 2010 in stark verkleinerter Form.

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