Millionen-Defizit bei der Kölner Oper

Köln (dpa) - In Köln hat die Oper ihren Etat in der vergangenen Spielzeit um eine Million Euro überzogen. Das bestätigte am Mittwoch der Geschäftsführende Direktor der Kölner Bühnen, Patrick Wasserbauer. Opernintendant Uwe Eric Laufenberg habe außerdem eine Million Euro bereits im Vorgriff auf kommende Spielzeiten ausgegeben. Er hatte damit im Wesentlichen die aufwendige Uraufführung der Stockhausen-Oper «Sonntag» aus dem Zyklus «Licht» finanziert. Weitere 825 000 Euro kostete ein Gastauftritt in Shanghai. Eine vom Stadtrat beschlossene Budgetkürzung und eine Tariferhöhung für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst belasteten den Etat zusätzlich, sagte Wasserbauer.

Rechnet man all dies zusammen, liegen die städtischen Bühnen mit rund fünf Millionen Euro im Minus. Schauspielintendantin Karin Beier hat auf die knappen Budgets reagiert, indem sie eine Produktion komplett gestrichen hat. Auf die Frage, ob Laufenberg nicht das gleiche tun müsse, antwortete sie am Mittwoch: «Das liegt nicht an mir, so was zu sagen.» Vehement dementierte sie den Vorwurf, die Information über den überzogenen Opernetat dem «Kölner Stadt-Anzeiger» zugespielt zu haben.

Laufenberg sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, Köln müsse sich fragen, ob es eine Oper wolle oder nicht. Wenn die Stadt eine Oper wünsche, müsse sie diese auch vernünftig ausstatten, sonst mache sie sich lächerlich. Wasserbauer sagte der Nachrichtenagentur dpa, er sehe es nicht so, dass bei einem begrenzten Etat gleich die Existenzfrage für die Oper gestellt werden müsse. Wenn der Rat den Etat nicht erhöhe, müsse Laufenberg in den nächsten Spielzeiten zwangsläufig weniger Opern auf den Spielplan setzen oder kostengünstiger inszenieren.

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